jugendinwien

Willfriede machte zum Thema Menschenrechte eine Plakataktion in einigen U-Bahnstationen.
write for your wrightz posters Auflage 1 und 2 zum Anschauen und zum Ausdrucken.

drei affen, sehen, hören, handeln

willfriede bedankt sich..

.... bei allen TeilnehmerInnen unserer Aktion „write for your rightZ“ für die Verfassung starker Texte!

facebook.com/willfriede

friede ist wie freundschaft

Freundschaft bedeutet Liebe und Respekt, Konflikt und Gespräch, Neid und Anerkennung. Freundschaft ist Freude und Gemeinsamkeit, Abgrenzung und Toleranz, Kommunikation und Arbeit. Und noch mehr Liebe. Freundschaft bedeutet miteinander und aneinander zu wachsen.

Um Freundschaft ist es immer wert zu kämpfen.
Freundschaft ist wie Friede.

Karin Hartmeyer

gefüttert und gebürstet!

Eine junge Frau geht ins Geschäft und kauft sich einen warmen Wintermantel. Er hat eine Kapuze und einen Reißverschluss. Er kostet viel Geld. Der kalte Wind bläst wild. Die Bäume biegen sich. Der Mantel ist warm. Er ist gut gefüttert. Die Frau kauft eine Flusenbürste. Sie bürstet ihren Mantel jeden Tag. Der Schnee bläst der schönen Frau ins Gesicht. Sie stellt ihren Mantelkragen hoch. Jeden Tag geht sie an der Ecke vorbei, an der ein alter Mann sein Notfallquartier aufgeschlagen hat. Er fragt nicht um Münzen. Jeden Tag stellt die Frau ihren Kragen hoch und wendet sich ab. Der Mann ist gehüllt in Lumpen. Sein magerer Hund ist sein bester Freund. Er ist nicht gebürstet. Er ist nicht gut gefüttert. Es ist kalt. Der teure Mantel hält die Frau warm. Er hat eine Kapuze und einen Reißverschluss.

Am nächsten Morgen sitzt der alte Mann allein an seiner Ecke. Seine Augen sind nass. Sein Hund ist tot. Er war nicht gebürstet. Und nie gut gefüttert. Die junge Frau geht weiter und weint in ihren teuren Mantel. Er spendet ihr Wärme. Er ist gut gefüttert. Und schön gebürstet.

Lina Simon

die meisten von uns...

kennen das unangenehme Gefühl, das uns andere Mitmenschen durch etwaige Handlungen geben können, manche waren vielleicht auch schon in der Situation, in der sie – ob absichtlich oder unabsichtlich sei dahingestellt – jemandem durch ihre Handlungen den Tag, und damit einen Teil ihres Lebens, vermiest haben. Und so einige kennen hoffentlich auch das gute Gefühl, wenn man merkt, dass da jemand ist, der dir hilft, jemand der auf deiner Seite steht und sagt, so nicht. Ein fremder Helfer ohne Namen, der sich zu dir dazustellt, zu dir hält und dir Sicherheit schenkt. Und genau dieser fremde Helfer kannst du sein. Zwar erfordert es Initiative und ein wenig Mut, aber eigentlich sollte es selbstverständlich sein, gegen Ungerechtigkeiten im Alltag vorzugehen und zu zeigen, dass gewisse Verhaltensweisen absolut unangebracht und unerwünscht sind.

Oft reicht ein kleiner Appell, ein kurzer Satz, manchmal sogar nur ein einziges Wort, um zu zeigen, dass einem das Verhalten eines Menschen nicht zusagt. Da geht es um so simple Dinge wie Rassismus in der U-Bahn, Gewalt und Aggressivität auf der Straße, aber auch um grundlegende Ungerechtigkeiten gegenüber irgendwelchen Menschen an beliebigen Orten und aus beliebigen Gründen, die sich vielleicht nicht sofort als solche offenbaren.

Doch auch wenn man selber Opfer solches Unrechts ist, muss man sich das nicht gefallen lassen. Zeig es, wenn du dich ungerecht behandelt siehst, und zeige auch, dass du dich nicht zu einem Opfer machen lässt. Der aggressivste Mensch schreckt sofort zumindest kurz zurück, wenn er sieht, dass sein Opfer sich dagegen wehrt, was da geschieht, und wird sich in der Folge auch zweimal überlegen, ob er jemanden unangemessen behandelt.

So hilfst du in der Folge nicht nur dir selber, sondern auch der ganzen Gemeinschaft, denn gemeinsam können wir durch jeweils kleine Handlungen ein allgemein vielfach angenehmeres Klima herstellen.

Simon

menschenrechte? - menschenpflichten!

Wir sind freie Menschen.

Wir alle haben das Recht auf FREIHEIT.
Die Freiheit zu sagen, was wir denken.
Die Freiheit zu handeln, wie wir es für richtig halten.
Die Freiheit zu leben, wie es uns beliebt.

Doch das Recht auf Freiheit bringt VERANTWORTUNG mit sich.
Einem Verirrten den Weg zeigen.
Einem Blinden über die Straße helfen.
Einem Vereinsamten zuhören.

Das Recht auf Freiheit erlaubt es uns, als Egoisten durch die
Welt zu gehen. Aber geben wir doch nicht nur auf uns selbst,
sondern auch auf andere Acht. Wir werden Anerkennung,
Dankbarkeit und Liebe spüren und unsere FREIHEIT noch viel
stärker genießen können.“

Markus

ich bin hungrig

Ich bin hungrig. Zeit zum Kochen habe ich nicht. Schließlich treffe ich mich mit einer Freundin in der Stadt und ich will nicht schon wieder zu spät kommen. Also schnell etwas unterwegs gekauft. Nach ein paar Bissen habe ich genug von dem Fastfood. Es ist nicht kaputt, aber es schmeckt mir einfach nicht. Angewidert werfe ich mein Mittagessen in den nächsten Mistkübel. Bei nächster Gelegenheit muss ich mir eben was Anderes kaufen, denke ich. Ein paar U-Bahn-Stationen weiter, einige Shoppingtüten reicher, fällt mein Blick auf eine Frau. Sie kramt sich durch einen der Mistkübel, auf der Suche nach etwas Brauchbaren. Etwas Essbaren und wird fündig. "Igitt! Mama, schau was die da macht!“ ruft ein kleiner Bub. "Und die hat im Winter eine kurze Hose an." „Die ist halt arm." antwortet die Mutter gelangweilt. Mir tut die Frau leid und mein schlechtes Gewissen macht sich bemerkbar. Ich selbst habe zuvor 3/4 meines Mittagessens in den Müll befördert. Und wenn ich es mir recht überlege, die neuen Kleidungsstücke wären nicht notwendig gewesen, platzt mein Kasten doch aus allen Nähten. Doch das war jetzt auch nicht mehr zu ändern. Allerdings wurde mir so wieder vor Augen geführt, ich muss nicht erst in ein 3. Welt Land reisen um auf Armut zu stoßen. Es reicht schon ein Blick vor die Haustüre! Doch ganz untätig zuschauen möchte ich auch nicht. Einige Tage später fahre ich mit Säcken voll Kleidung, alten Spielsachen, Büchern etc. zu einem Hilfsprojekt und als ich die leuchtenden Augen der Menschen dort sehe, weiß ich die Mühe hat sich gelohnt. Und ich nehme mir vor, das nächste Mal daheim mir mein Essen herzurichten...

Stefanie

zuFrieden

Friede steckt in so vielen Taten und Dingen.
Hilfsbereitschaft, Liebe, Nachsicht - und nicht
zuletzt im Wort „zufrieden“.
Wenn die Menschen doch mit dem was sie alles
haben zufrieden sein könnten - was wäre die
Welt doch für ein wundervoller, friedlicher Ort.
Zufrieden sein bedeutet nicht nur,
sich über das zu freuen, was man hat.
Es bedeutet gleichzeitig, sich mit den andern
über das freuen zu können, was sie haben.
Zufrieden sein. Zumfrieden sein.
Zum friedlichen Miteinander geschaffen sein.

Dieser Friedenstext stammt von Katharina Grabner, ist drei Jahre alt und gilt als Stimmungsmacher, um hoffentlich deine feinen Menschrechtsnerven zu treffen!

heimatland

Ich bin stolz auf mein Heimatland und die großen Persönlichkeiten, die es hervorgebracht hat. Aber vor allem bin ich stolz auf die sozialen Aspekte unseres Landes und auf die kulturelle Vielfalt. Manche Parteien bedrohen diesen, meinen Stolz, denn sie gefährden die Unterschiede, die den ethnischen und kulturellen Mix in Österreich ausmachen und verstoßen gegen Gesetze und moralische Verpflichtungen. Weil Österreich mein Heimatland ist, ich hier geboren bin und hier sterben möchte und weil ich die Vielfalt als etwas Wichtiges zu schätzen gelernt habe, sage ich: „Erkennt Vielfalt als Chance und nicht als Bedrohung, denn jeder Mensch WILLFRIEDEn.

Jakob L., 16 Jahre

Geschrieben hat Jakob diesen Text zum Thema Frieden, interkultureller Austausch, Gleichberechtigung und Vielfalt als Chance. Willfriede sagt DANKE und freut sich auf weitere Texte und Gedanken zu Themen, die uns bewegen (sollten)!

ich sehe

Ich SEHE weil du da bist

Ich HÖRE weil du schreist

Ich HANDLE weil ich helfen kann

Gilbert Grösser

weisse weisheiten

Das Mädchen hat zwei geflochtene Zöpfe. Der rote Nagellack auf ihren Fingernägeln ist zerkratzt. Es hüpft in die Lacke neben der Straße. Das schwarze Wasser spritzt. „Jetzt bist du ganz dreckig geworden!”, sagt die Mutter. „Das bin ich vorher schon gewesen”, weiß das Kind. „Ich bin schmutzig geboren! Ich bin ja schwarz!” Die Mutter wird ganz weiß. „Woher hast du das?”, fragt sie. „Aus der Schule”, antwortet das nassgespritzte Mädchen. Ihre Zöpfe sind schwarz. „Hat die Lehrerin da gar nichts gesagt?”, fragt die Mutter. Ihre dunklen Augen sind weit aufgerissen. Man sieht das Weiße. „Doch”, sagt das Kind, „von ihr weiß ich das ja.” Das Mädchen hüpft in die nächste Pfütze. Ihr weißer Rock weht im Wind. Das schwarze Wasser spritzt. Die schwarzen Zöpfe springen. Die Mutter sieht rot. Niemals schwarz-weiß. Sie will die Lehrerin kennen lernen. „Die Lehrerin lehrt falsche Weisheiten”, weiß die Mutter. „Die Lehrerin muss noch viel lernen”, sagt sie finster. Das Mädchen springt hoch. Das schwarze Wasser spritzt. Das hat sie jetzt ganz schmutzig gemacht.

Lina Simon

willfriede

Hier in Wien, meiner neuen Heimat, darf ich auf die Straße,
hier darf ich meine Stimme hörbar machen.
Meinen Unmut über Tortur und Diktatur, über Gewalt und
Ungerechtigkeit verlautbaren. Hier darf ich protestieren, schreien,
demonstrieren, ohne Angst um mein Leben.

Im Iran, meinem Heimatland, werden junge Menschen
geschlagen, misshandelt, getötet, dafür, dass sie protestieren.
Ich bin nicht besser als sie. Ich bin wie sie. Und dennoch
bestimmt ein Ort, der Zufall, Glück und Schicksal, dass ich
hier bin, und ich das alles darf und sie nicht.

Sie wollen Frieden, sie wollen Gerechtigkeit, sie wollen eine
Chance, eine Zukunft. Genau wie du und ich.
Wir sind alle gleich. Nicht durch unser Aussehen, nicht durch
unseren Glauben, nicht durch unsere Rechte.

Wir sind alle gleich durch dieselben Sehnsüchte und Träume.

Sali Mas

do the right thing

Sieh her
Oh kleines Männlein
Sieh her Oh kleines Fräulein
Die Blüten sind reif
Und die Gewehre steif
Die zuckende Hand bereit
Und die Sklaven befreit
Wir lachten nicht
Als sie lachten
Wir tranken nicht
Als sie tranken

Sei still
Die Blume ist tot
Uns blieb die Not
Die die Leiden fraß
Und uns nie vergaß
Wir starben nicht
Als sie starben
Wir kämpften nicht
Als sie kämpften
Freu dich Oh kleines Männlein
Freu dich Oh kleines Fräulein

Lucian Nikolai Markovic, 18

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Das Freizeitprogramm für alle zwischen 13 und 25!

Friedrich-Schmidt-Platz 5
Mezzanin, Tür 77
1080 Wien  
Tel. +43/1/4000-84 393

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